Fit im Kopf

Schon tägliche Spaziergänge in strammerem Tempo können das Absterben von Gehirnzellen aufhalten. Durch intensivere körperliche Aktivität kann man sich sogar einen Vorrat an Gehirnzellen anlegen. Neue Zellen bleiben aber nur erhalten, wenn man sie benutzt: durch Denken.

 

Bewegung lässt neue Gehirnzellen wachsen
Wer regelmäßig körperlich aktiv ist, kann dem geistigen Abbau regelrecht davonlaufen.

 

Körperliche Bewegung lässt neue Nervenzellen im Gehirn wachsen, Denken erhält sie am Leben. Selbst eine breite Fülle von Denksportaufgaben kann das Gehirn nicht so fit halten wie regelmäßige körperliche Betätigung; Das ist kurz zusammengefasst der neueste Stand der Hirnforschung.
Gedichte auswendig zu lernen, Rätsel zu lösen oder Fremdsprachen zu lernen, sind anspruchs- volle geistige Tätigkeiten, die das Gehirn fit halten sollen. Doch solche Übungen verbessern immer nur die Fähigkeit, die gerade trainiert wird. Wer speziell Kreuzworträtsel übt, kann besser Kreuzworträtsel lösen, aber er wird es nicht einfacher haben, sich eine Einkaufsliste zu merken oder eine neue Sprache zu erlernen.
Körperliche Aktivität hingegen wirkt sich positiv auf alle geistigen Leistungen aus. Wer sich regelmäßig bewegt oder gar Sport treibt, tut mehr für sein Gehirn als jemand, der den ganzen Tag am Schreibtisch oder im Sessel sitzt und angestrengt denkt. [...]

 

Bildung hält Hirnzellen gesund

Witte betont, dass auch ein gesunder Nachtschlaf das Gehirn gesund erhält. „Es gilt inzwischen als sicher, dass im Schlaf neue Gedächtnisinhalte verankert werden. Es ist jedoch noch unklar, inwieweit der bei älteren Menschen häufig gestörte Schlaf zu Gedächtnisstörungen beiträgt." Auch ein zufriedenes und glückliches Leben beeinflusse das Gedächtnis positiv. Dieser Aspekt wurde bisher allerdings noch^ nicht systematisch untersucht. „Eine vielseitige Bildung verbessert das Gedächtnis im Alter", betont Otto Witte.

Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass die geistigen Reserven im Alter umso besser sind, je vielfältiger die Ausbildung und die Interessen seit der Jugend waren. Säuglinge und Kleinkinder, die viel Zuwendung erfahren, haben später ein besseres Gedächtnis.

 

(Quelle: Saarbrücker Zeitung  17. Oktober 2014)