Beikost ab dem 6. Lebensmonat selbst gemacht

Jetzt ist es Zeit für Brei am Mittag!

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt in den ersten 6 Lebensmonaten zu stillen. Doch irgendwann macht die Muttermilch alleine das Baby nicht mehr satt. Dann ist es Zeit für den ersten Mittagsbrei. Was es dabei zu beachten gibt und welche Beikost für Ihr Baby geeignet ist, lesen Sie hier.

Ab wann kann man mit der Beikost beginnen?

Einen pauschalen Zeitpunkt gibt es hierfür nicht. Manche Babys sind schon eher bereit und andere etwas später. Als Faustregel gilt, dass man ab dem fünften, spätestens aber ab dem siebten Lebensmonat mit der Beikost beginnen kann. Ab ungefähr dem selben Zeitraum kann die Muttermilch alleine dem steigenden Nährstoffbedarf des Säuglings nicht mehr gerecht werden. Das Kind benötigt weitere, zusätzliche Energielieferanten. Experten raten daher, in diesem Zeitrahmen mit der Beikost zu beginnen. Am besten beginnt man mit dem Mittagsbrei.

 

Kinder müssen das Essen erst lernen!

Jedes Kind ist anders – das eine schaufelt den Brei vom ersten Augenblick gierig in sich hinein, das andere is(s)t verhalten und gewöhnt sich nur langsam an die neue Esskultur im Rahmen der Familie am Tisch. In jedem Fall gilt: Die Beikost am besten nach und nach einführen und zusätzlich weiter stillen.  

 

Womit beginnt man die Beikost am besten?

Als optimalen Starter empfehlen Ernährungsexperten einen Gemüsebrei, der bald mit Kartoffeln oder Süßkartoffeln sowie Fleisch oder Fisch kombiniert wird. Zusammen mit Muttermilch oder Säuglingsmilch ist er der ideale Start in die Welt der festen Nahrung. Welches Gemüse Sie am Anfang wählen, bleibt Ihnen und dem Geschmack Ihres Kindes überlassen. Die meisten entscheiden sich für Karotten, Zucchini oder Broccoli, aber auch Pastinaken oder Kürbis sind sehr beliebt als Gemüse für den Anfangsbrei am Mittag.

 

Erlaubt ist, was gut ankommt und schmeckt!

Die nationalen Handlungsempfehlungen zur Beikost – herausgegeben von den wichtigsten Organisationen von Kinder- und Frauenärzten, Hebammen, Ernährungsexperten und Gesundheitspolitik – enthalten außerdem die beruhigende Nachricht: Es darf alles auf den Löffel, was beim Baby gut ankommt und schmeckt! Das Immunsystem profitiert sogar von einem abwechslungsreichen Speiseplan. Wichtig jedoch: Nur ein neues Lebensmittel pro Woche einführen, damit sich die Geschmacksknospen daran gewöhnen können. Wenn der Brei am ersten Tag nicht gleich gut ankommt, heisst es noch lange nicht, dass er am dritten Tag auch nicht gut ankommt. Dass Nahrungsmittel, zum Beispiel Fisch, frühzeitige Allergien auslösen, müssen Sie nicht befürchten. Die Devise lautet: Je früher sich Kinder vielfältig ernähren, desto größer die spätere Akzeptanz von neuen, bis dahin unbekannten Lebensmitteln.

 

Gläschen-Beikost oder Brei selber kochen?

Natürlich erscheint Gläschennahrung auf den ersten Blick einfacher und unkomplizierter. Keine Frage – sie hat ihre Vorzüge: Industriell hergestellte Beikost ist schnell aufgewärmt und es gibt sie in hunderten Geschmacksrichtungen. Gerade auch für unterwegs sind fertige Babybreie eine geschickte Angelegenheit. Aber man kann den Brei auch selbst kochen. So haben Sie die Auswahl der Zutaten selbst in der Hand. In Gläschen mit industriell hergestellter Beikost steckt oft Salz und Zucker. Auf diese Zusätze sollten Sie unbedingt verzichten und die Zutatenliste fertiger Babynahrung explizit darauf überprüfen.

Süßkartoffel geschält und in Scheiben geschnitten

Süßkartoffelscheiben, Broccoli und Fleisch im Gartopf

Nach dem Garen in einer Rührschüssel pürieren 

Püriert und verpackt bereit für die Gefriere. Vor dem Einfrieren gut auskühlen lassen!


Wenn es Ihnen die Zeit erlaubt...

Wir haben unserer Tochter von Anfang an die Beikost selbst zubereitet. Es ist kein allzu großer Aufwand und man kann alle Zutaten selbst wählen und auf dem Markt einkaufen. In Wochen, die straffer organisiert waren, haben wir vorgekocht und den Brei portionsweise eingefroren.

 

Unser Rezept

Wichtig ist das schonende garen des Gemüses und des Fleischs (Fischs). 

 

Zutaten pro Portion:

  • 30 g mageres Fleisch vom Metzger (Rind, Geflügel)
  • 100 g Gemüse (Zucchini, Broccoli, Karotten, Pastinake etc.)
  • 50 g Kartoffel oder Süßkartoffel
  • Wasser oder Fruchtsaft (verzichten Sie auf stark säurehaltige Säfte wie z.B. Orangensaft)

Schneiden Sie das Gemüse nach dem waschen in kleine Würfelchen oder feine Scheiben. Schälen Sie die Kartoffel/Süßkartoffel und schneiden diese ebenfalls in kleine Würfelchen oder feine Scheiben. Das Fleisch ebenfalls klein schneiden oder durch den Fleischwolf drehen.

Geben Sie alles in einen Gartopf. Nun wird alles ca. 10 Minuten schonend gegart (Sie sollten das Gemüse mühelos mit der Gabel zerdrücken können). Danach geben Sie das gegarte Fleisch/Fisch und das Gemüse in eine Rührschüssel. Geben Sie ein wenig Wasser oder Fruchtsaft (ohne Zuckerzusatz) hinzu, nicht aber das Garwasser, da dieses je nach Gemüse Spuren von Blausäure enthalten kann. Die Konzentration der Blausäure ist für Erwachsene unbedenklich kann aber für ein Baby schädlich sein.

Nun wird das Ganze in der Schüssel mit einem Stabmixer püriert. Geben Sie bei Bedarf so viel Wasser hinzu bis Ihnen die Konsistenz zu sagt.

Bitte verzichten Sie gänzlich auf Gewürze, auch wenn es Ihnen beim abschmecken fad vorkommt. Für die Geschmacksknospen eines Babys ist das Essen nicht fad. Nun kommt der Brei in ein Schüsselchen und ist zum Verzehr bereit.

 

Guten Appetit.

Pssst... weitersagen!


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Kommentare: 1
  • #1

    Elisabeth (Mittwoch, 13 Januar 2016 09:49)

    Hallo liebes LiebeVoll-Team,

    habe euren neuen Beitrag voller Interesse gelesen. Toller Beitrag. Das Rezept klang recht langweilig aber unkompliziert. Ich habe es gestern gekocht und es kam bei meinem kleinen Luca sehr gut an. Beim Abschmecken war ich sehr überrascht. Es schmeckte überhaupt nicht langweilig. Sogar Paul, meinem Mann, hat es gut geschmeckt. Nicht das ihr jetzt aber glaubt, es gab den Brei für die ganze Familie :).
    Freue mich auf weitere Rezepte von euch.

    Gruß Eli