Das Einrichten des Kinderzimmers ist am Anfang völlig überbewertet 

Seit dem 21.05.2015 bin ich stolzer Vater einer zuckersüßen Tochter. Da Sie unser erstes Kind ist, waren viele Eindrücke und Vorkehrungen, die zu treffen waren, gänzlich neu für uns. Wie die meisten Paare, die zum ersten Mal Eltern werden, waren wir anfangs komplett überfordert. Erstausstattung, amtliche Erledigungen, Hebamme, Kinderzimmerausstattung und vieles mehr mussten organisiert werden.

Heute möchte ich meine/ unsere Erfahrung mit der Gestaltung des Kinderzimmers für meine/ unsere Tochter schildern.

 

Meine Frau und ich haben Stunden, Tage und Wochen im Internet damit verbracht, nach geeigneter Lampe, geeignetem Bett, Kleiderschrank, Teppich, Wickelkommode, Bilder, Tapete und Farben für die Wände für's Kinderzimmer zu suchen. Die Auswahl ist wirklich gigantisch! Nach und nach kristallisierten sich unsere Favoriten heraus.

 

Folgende Ergebnisse hatten wir dann endlich vorzuweisen:

 

Die Deckenleuchte sieht aus wie eine überdimensionale Glühbirne (hat den Vorteil, dass sie selbst in einem Jugendzimmer zeitlos zur Geltung kommt und man sie mit gewöhnlicher Fensterfarbe gestalten kann). Beim Bett haben wir uns für ein neutrales weiß entschieden. Das Bett kann in drei Stufen umgebaut werden, so dass es wohl bis zu Ihrer ersten Jugendzimmereinrichtung in Gebrauch sein wird. Die Wickelkommode lässt sich mit wenigen Handgriffen von der Wickelauflage befreien und als gewöhnliche Kommode einsetzten. Über der Wickelkommode haben wir ein kleines Regal angebracht, dass die gesamte Breite der Wickelkommode abdeckt und Platz für Pflegeartikel bietet. Der Kleiderschrank ist in einer Größe gewählt, von der ich der Meinung war, dass er ihr locker bis zum Teenageralter reichen müsste. Diesbezüglich hat mich aber meine Frau  der Realität näher gebracht und gesagt, dass sie froh wäre, wenn unsere Tochter bis zur weiterführenden Schule (Ende 4. Klasse) damit klar käme. Was Väter unbedingt wissen müssen ist, dass Mädchen definitiv mehr Kleidung besitzen als Jungs ;).

 

Da wir kein geeignetes Bücherregal gefunden haben, habe ich mit meiner Frau gemeinsam kurzerhand eines selbst gebaut. Es ist in Fichte Natur gehalten und wurde von uns lediglich eingeölt. Zur Sicherheit haben wir es an der Wand fixiert, so dass es nicht umkippen kann. Wir haben sorgsam nach Teppichen gesucht, die aus natürlichen Materialien hergestellt sind und oh Wunder ein kleines Vermögen dafür ausgegeben. Sie sind in einem unempfindlichen Grau gehalten, warm und angenehm barfuß zu begehen. Der Größere von beiden ist 2,5 x 2 m und bietet genügend Platz um darauf zu spielen. Der Andere ist 1,8 x 0,8 m und liegt vor ihrem Bett. Das Zimmer haben wir natürlich frisch tapeziert, weiß gestrichen und mit bunten Bildern haben wir schöne Akzente gesetzt. Zu guter Letzt haben wir drei bunte Ton-Geckos (grün, gelb und rot) an die Wand und die Decke geschraubt (sieht total toll aus :D ).

 

Nun... nach getaner Arbeit waren wir sehr zufrieden mit dem Resultat. Und jetzt kommt's... unsere Tochter wird in kürze 8 Monate alt und hat noch keine einzige Nacht in Ihrem Zimmer verbracht ;). 

 

Die einzige Zeit in der sie sich in ihrem Zimmer befindet, ist wenn sie gewaschen oder gewickelt wird. Die meiste Zeit spielt sie im Wohnzimmer, in dem wir eine große "Spielwiese" mit Teppichen und Decken für sie hergerichtet haben und schläft noch immer im elterlichen Schlafzimmer. Da Angi noch stillt, ist es wesentlich angenehmer für beide, wenn sie nicht erst ins Kinderzimmer muss, um Salome aus ihrem Bett  zu holen. Auch wenn viele Eltern das anders handhaben, es hat definitiv seine Vorteile (zumindest während der Stillzeit), wenn das Baby im Schlafzimmer der Eltern schläft. 

Die "Spielwiese" im Wohnzimmer
Die "Spielwiese" im Wohnzimmer

Um beim Thema zu bleiben möchte ich nun abschließen anraten, sich mit der Gestaltung des Kinderzimmers kein Bein auszureißen. Es hat wirklich keine Eile und wird meiner Meinung nach komplett überbewertet. Da erfahrungsgemäß die meisten Babys mindestens das erste halbe Jahr im elterlichen Schlafzimmer schlafen, reicht es völlig aus, das Kinderzimmer nach und nach einzurichten.

Nichts desto trotz hat es uns eine Menge Spaß gemacht und selten haben wir unser Geld so freudig ausgegeben!

 

Ich hoffe, diese Anekdote hat euch ein wenig weitergeholfen und euch zum Schmunzeln gebracht.

Pssst... weitersagen!


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Kommentare: 5
  • #1

    Friedrich (Donnerstag, 07 Januar 2016 14:21)

    Hallo lieber Verfasser,

    wirklich nett geschrieben. Hab mich bei der Passage, "was viele Väter unbedingt wissen müssen...", vor Lachen weg geschmissen. Danke für die amüsante Anekdote.

    Viele Grüße Frido

  • #2

    LiebeVoll - Team (Freitag, 08 Januar 2016 07:47)

    Hallo Frido,

    danke für deinen Kommentar. Genau das sollte es bewirken. Ich muss heute selbst über uns lachen. Man hatten wir uns damit einen Stress gemacht ;). Wir sind heute um eine Erfahrung reicher und machen das beim nächsten mal sicherlich anders.

    LiebeVolle Grüße

  • #3

    Berti (Freitag, 19 Februar 2016 17:42)

    Musste richtig lachen weil ich das gut kenne. War bei unserem Noah genauso ;)

    Viele Grüße aus Düsseldorf

  • #4

    Bärbel (Freitag, 04 März 2016 14:08)

    Lieber Kagan,

    tolle Erfahrung, die du gemacht hast.
    Kann dir nur beipflichten, das Kinderzimmer wird meist überbewertet, trotzdem macht es Spaß eines einzurichten - vor allem beim ersten Kind.
    Übrigens, unsere 5 Jungs haben alle (manche bis sie in die Schule gekommen sind) bei uns im Elternbett geschlafen. Es gab Zeiten, da waren wir zu siebt im Elternbett und ich möchte keine Minute missen. Ich würde das heute genau so wieder machen. Und ich glaube behaupten zu können, das war für die Entwicklung unserer Kinder und das Familienverhältnis nur positiv. Also hört nicht auf die "Besserwisser" die der Meinung sind daß es nicht gut für die Entwicklung eines Kindes ist, wenn es nicht seinen eigenen Bereich hat. Ach ja, unsere Kinder sind inzwischen zwischen 17 und 24 Jahre alt und wir können uns alle auch heute noch herzlich in Arm nehmen. Das kann ja wohl kein schlechtes Zeichen sein!!!

    Liebe Grüße und weiter so!!

    Bärbel

  • #5

    Kagan (Freitag, 04 März 2016 15:30)

    Hallo Bärbel,

    vielen Dank für deinen Gästebucheintrag und deinen Kommentar. Das bedeutet mir mir sehr viel. Ich kenne viele Mütter, doch kaum eine ist so wie du. Man kenn das, dass man sich für andere fremd schämt. In deinem Fall ist es so, dass ich mich fremd stolz fühle. Ich kenne deine Familie und deine 5 einzigartigen Jungs. Dass die sich zu so tollen Menschen entwickelt haben, ist der tollen Fürsorge von Dir und deinem Mann geschuldet. Von so manch einem Rat oder einer Erfahrung von dir, konnte ich mich inspirieren lassen. Dafür möchte ich dir danken.

    Bis bald und LiebeVolle Grüße