Elternzeit und Elterngeld

LiebeVoll, Naturkinderladen, Vater, Kind, Baby,
(Quelle: Familienplanung.de)

Männer und Frauen in Elternzeit dürfen bis zu 30 Wochenstunden erwerbstätig sein, ohne den mit der Elternzeit verbundenen Kündigungsschutz zu verlieren. Das Elterngeld bietet auch Vätern einen zusätzlichen Anreiz, Elternzeit zu nehmen.

Väter und Mütter können die Elternzeit unabhängig voneinander beanspruchen. Das bedeutet, beide können sich nach der Geburt ihres Kindes bis zu drei Jahre lang ganz oder teilweise um den Nachwuchs kümmern und die mit der Elternzeit verbundenen Schutzrechte genießen. Dabei ist es ihnen freigestellt, ob sie die Elternzeit einzeln, nacheinander oder gleichzeitig in Anspruch nehmen. Wählen können sie auch, ob sie vorübergehend komplett oder nur teilweise auf ihre Erwerbstätigkeit verzichten.

Stimmt der Arbeitgeber beziehungsweise die Arbeitgeberin zu, ist es außerdem möglich, einen beliebigen Anteil Elternzeit (bis zu zwölf Monate) auf die Zeit zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes zu übertragen, zum Beispiel für die Betreuung des Kindes im ersten Schuljahr. Wird das Arbeitsverhältnis unterdessen gewechselt, ist der neue Betrieb allerdings nicht an die Übertragung der Elternzeit gebunden.

 

Kündigungsschutz

Wenn die Elternzeit im Betrieb angekündigt wurde (spätestens sieben Wochen vor ihrem Beginn), kann das Arbeitsverhältnis grundsätzlich nicht mehr gekündigt werden.

 

Darüber hinaus ruht während der Elternzeit zwar das Arbeitsverhältnis, doch besteht der Arbeitsvertrag unverändert weiter. Nach der Elternzeit lebt der bisherige Arbeitsvertrag wieder auf. Anspruch besteht dann jedoch lediglich darauf, wieder im ursprünglichen Umfang und bei gleicher Entlohnung im früheren Betrieb tätig zu werden, nicht aber am gleichen Arbeitsplatz. Eine grundsätzliche Garantie auf eine Beschäftigung am alten Arbeitsplatz gibt es daher nicht.

 

Teilzeit während der Elternzeit

In der Elternzeit sind bis zu 30 Wochenstunden Erwerbsarbeit erlaubt, entweder im angestammten Betrieb oder (nach Rücksprache mit dem Betrieb) bei einem anderen Arbeitgeber. Väter und Mütter haben während der Elternzeit nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) das Anrecht auf eine Teilzeitstelle zwischen 15 und 30 Wochenstunden, wenn sie in einem Unternehmen mit mehr als 15 Beschäftigten arbeiten und dem Betrieb länger als sechs Monate angehören. Ein Anrecht auf eine Teilzeitstelle unter 15 Wochenstunden besteht jedoch nicht – unabhängig von der Betriebsgröße. Wer während der Elternzeit arbeiten möchte, sollte dies so früh wie möglich mit dem Arbeitgeber oder der Arbeitgeberin besprechen. Dann bleibt genügend Zeit, die persönlichen Bedürfnisse mit den betrieblichen Abläufen abzustimmen.

 

Das Elterngeld

Während der Elternzeit haben Eltern Anspruch auf Elterngeld. Das Elterngeld ersetzt das nach der Geburt wegfallende Erwerbseinkommen des betreuenden Elternteils und kann in den ersten 14 Lebensmonaten des Kindes in Anspruch genommen werden.

 

Die Höhe des Elterngeldes richtet sich bei Beschäftigten nach dem Bruttoeinkommen der letzten zwölf Kalendermonate vor der Geburt des Kindes, bei Selbstständigen gilt der Steuerbescheid des letzten Jahres vor der Geburt. Vom Bruttoeinkommen beziehungsweise dem Gewinn werden in einem vereinfachten Verfahren Steuern und Sozialabgaben abgezogen. Übrig bleibt das maßgebliche Nettoeinkommen. Je nach Einkommenshöhe erhalten Vater oder Mutter 65 bis 67 Prozent dieses maßgeblichen Nettoeinkommens, mindestens aber 300 und höchstens 1800 Euro.

 

Bei Bezug von Arbeitslosengeld II (Hartz IV), Sozialhilfe oder Kinderzuschlag wird das Elterngeld vollständig als Einkommen angerechnet. Dadurch kann sich die Höhe der genannten Sozialleistungen verringern. Eltern, die die genannten Sozialleistungen erhalten, vor der Geburt aber erwerbstätig waren, erhalten einen Elterngeldfreibetrag, der sich nach dem Einkommen vor der Geburt richtet, höchstens aber 300 Euro beträgt. Das heißt, sie erhalten den Freibetrag zusätzlich zu den Sozialleistungen.

 

Das Mutterschaftsgeld der gesetzlichen Krankenkassen wird mit dem dazugehörigen Arbeitgeberzuschuss auf das Elterngeld angerechnet. Für Geringverdiener, Familien mit mehreren Kindern und bei Mehrlingsgeburten erhöht sich der Elterngeld-Anspruch.

Da die Berechnung im Einzelfall kompliziert ist, sollte man sich in einer Elterngeldstelle oder Schwangerschaftsberatungsstelle beraten lassen. Mehr Informationen finden sich in den Broschüren des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Bezugsdauer und Partnermonate

Beiden Eltern stehen gemeinsam zwölf Monatsbeträge des Elterngeldes zur Verfügung. Ein Elternteil kann höchstens für zwölf Monate Elterngeld beantragen. Anspruch auf bis zu zwei zusätzliche Monatsbeträge besteht, wenn sich beide Partner an der Betreuung der Kinder beteiligen und sich in dieser Zeit das Erwerbseinkommen von mindestens einem Elternteil mindert.

 

Die Eltern können die Anzahl der Monate – bis auf die zwei Partnermonate – frei untereinander aufteilen. Es kann zum Beispiel erst einer der Partner die vollen zwölf Monatsbeträge, dann der andere die zwei weiteren Monatsbeträge in Anspruch nehmen. Auch die gleichzeitige Inanspruchnahme des Elterngeldes durch beide Eltern ist möglich. Wenn beide Eltern beispielsweise in den ersten sieben Lebensmonaten des Kindes gleichzeitig Elterngeld beziehen, sind die Beträge für 14 Monate aufgebraucht.

 

Alleinerziehende erhalten die vollen 14 Monate Elterngeld, wenn sich ihr Erwerbseinkommen in dieser Zeit mindert, sie das alleinige Sorge- oder Aufenthaltsbestimmungsrecht haben und das Kind ausschließlich bei ihnen lebt. Bei einer gemeinsamen Wohnung der Eltern sind die Voraussetzungen nicht erfüllt.

 

Mehr Wahlfreiheit

Elternzeit und Elterngeld ermöglichen auf diese Weise eine Vielzahl von Kombinationen, Kindererziehung und Erwerbsarbeit aufzuteilen. Durch das Elterngeld sind die Väter nun ein wenig freier in der Entscheidung, sich vorübergehend allein oder gemeinsam mit der Partnerin um den Nachwuchs zu kümmern.

 

Unabhängig von notwendigen finanziellen Erwägungen kann die Elternzeit für Väter auch eine wertvolle „Auszeit“ sein, in der sie mit etwas Abstand vom Beruf vieles neu überdenken können, um möglicherweise neue berufliche Weichen zu stellen.

 

ElterngeldPlus

Für seit dem 1. Juli 2015 geborene Kinder wird es mit dem ElterngeldPlus nun verbesserte Möglichkeiten, den Elterngeldbezug mit einer Teilzeitarbeit zu kombinieren. Zudem ist die Elternzeit noch flexibler. Weiterführende Informationen zu den Regelungen finden Sie im Familienwegweiser des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

(Quelle: Familienplanung.de)

Pssst... weitersagen!


Kommentar schreiben

Kommentare: 0