Babysitter - alles rechtens?

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Quelle: glueckskind.de

Sein Kind in die Obhut anderer zu entlassen, fällt vielen Eltern schwer. Doch wenn ein Termin beim Arzt ansteht oder die Eltern Zeit für sich benötigen, muss der Nachwuchs zuverlässig betreut werden. Wer keine Familienangehörigen in der Nähe hat, muss sich professionelle Unterstützung suchen. Wie Sie den passenden Babysitter finden, erfahren Sie in unserem Beitrag „Heute ist Babysitter-Abend! Juristische Fragen beantworten wir Ihnen hier.

Bei der Beschäftigung eines Babysitters gibt es juristisch einiges zu beachten. Christian Zainhofer ist Rechtsanwalt und Vizepräsident des Deutschen Kinderschutzbundes, er klärt für Sie die wichtigsten Fragen.

 

1. Was ist zu beachten, wenn ich einen minderjährigen Babysitter beschäftige?

Jugendliche ab 13 Jahren dürfen nur zwischen 8 und 18 Uhr arbeiten. Ab 15 Jahren dehnt sich das Zeitfenster bis 20 Uhr aus. Suchen Sie also einen Babysitter, der das abendliche Ausgehen abdeckt, muss er volljährig sein. Bei einem minderjährigen Babysitter müssen dessen Eltern außerdem mit dem Job einverstanden sein – lassen Sie sich die Einwilligung am besten schriftlich geben.

 

2. Wer hat die Aufsichtspflicht beim Babysitten?

Die Aufsichtspflicht liegt beim Babysitter. Denn diesen haben Sie ja mit der Betreuung Ihres Kindes beauftragt. Allerdings: Eltern müssen bei der Übertragung der Aufsichtspflicht Sorgfalt walten lassen. Engagieren sie einen Babysitter, der beispielsweise körperlich stark eingeschränkt ist oder dem offensichtlich die geistig-emotionale Reife fehlt, dann ist die Übertragung nicht wirksam und die Eltern sind aufsichtspflichtig. Minderjährige Babysitter stehen selbst noch unter der Aufsicht der Eltern. Deshalb ist es so wichtig, dass die Eltern mit dem Job einverstanden sind – und somit auch damit, dass ihr Kind als Babysitter die Aufsichtspflicht hat.

 

3. Was muss die Haftpflichtversicherung des Babysitters unbedingt beinhalten?

Eine private Haftpflichtversicherung deckt Schadensfälle, die während eines Beschäftigungsverhältnisses auftreten – und das ist juristisch gesehen die Tätigkeit als Babysitter –, in der Regel nicht ab. Der Babysitter müsste sie erweitern oder eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Das liegt aber in seiner Verantwortung.

 

4. Sollte ich einen Vertrag mit dem Babysitter abschließen?

Auch wenn es im ersten Moment übertrieben scheint, ein schriftliches Dokument ist für beide Seiten sicherer. In dem Vertrag sollte stehen, wozu Sie den Babysitter beschäftigen (etwa Betreuung und Beaufsichtigung des Kindes) und worauf Sie ihn hingewiesen haben (beispielsweise mit dem Kind nicht rauszugehen oder auf eine Allergie des Kindes). Sie können den Babysitter als „Aushilfe auf Abruf“ einstellen. Dann müssen Sie keine festen Arbeitszeiten in den Vertrag schreiben. Ratsam ist aber, den Stundenlohn im Vertrag zu definieren. Mit einem Angestelltenverhältnis gilt auch die arbeitsrechtlich vorgeschriebene Kündigungsfrist von vier Wochen – die nehmen Sie am besten auch in den Vertrag auf. De facto müssen Sie eine „Aushilfe auf Abruf“ nach dem Aussprechen der Kündigung aber gar nicht weiter beschäftigen – Sie vergeben einfach keinen Auftrag mehr.

 

5. Muss ich dem Babysitter den gesetzlichen Mindestlohn zahlen?

Ja, auch für Dienstleistungen im Haushalt gilt der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Nur Minderjährige, die keine abgeschlossene Ausbildung haben, sind vom Mindestlohn ausgenommen.

 

6. Muss ich die Beschäftigung beim Arbeitsamt anmelden, selbst wenn der Babysitter nur gelegentlich und für wenige Stunden im Monat kommt?

Ein Babysitter, der bis zu 450 Euro verdient, ist kein Fall fürs Arbeitsamt. Er gilt als „geringfügig Beschäftigter“ – und das auch, wenn er nur selten und kurz arbeitet. Als Arbeitgeber müssen Sie ihn bei der Minijob-Zentrale anmelden und Sozialversicherungsbeiträge abführen.

 

7. Und wenn ich die Anmeldung unterlasse?

Eine nicht angemeldete Beschäftigung gilt als Schwarzarbeit. Sie müssten die Beiträge nachzahlen, zusätzlich kommen Säumnisgebühren auf Sie zu. Dieses Szenario droht natürlich nur, wenn das unangemeldete Arbeitsverhältnis entdeckt wird.

 

8. Darf ich den Babysitter mit der Kamera überwachen?

Mit einer heimlichen Filmaufzeichnung verletzen Sie die Persönlichkeitsrechte des Babysitters. Der Babysitter müsste sich schriftlich mit den Filmaufnahmen einverstanden erklären.

 

9. Sind die Ausgaben steuerlich absetzbar?

Ja, Eltern können die Ausgaben als „besondere Belastung“ gegenüber dem Finanzamt geltend machen. Natürlich nur, wenn der Babysitter angemeldet und der Lohn dokumentiert ist – entweder auf Kontoauszügen oder auf Quittungen.

 

(Quelle: glueckskind.de)

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Kommentare: 3
  • #1

    Franzi (Sonntag, 13 Dezember 2015 11:39)

    Interessante Beiträge aber die Schrift ist total krakelig. Strengt total an, dass über längere Zeit zu lesen.
    Gruß Franzi

  • #2

    LiebeVoll - Team (Sonntag, 13 Dezember 2015 11:49)

    Hallo Franzi,
    Danke für deinen Hinweis. Unserer Vermutung nach nutzt du Firefox als Browser. Das ist der einzige, der die Schrift nicht adäquat anzeigt. Vielleicht versuchst du es mal mit einem anderen.
    LiebeVolle Grüße

  • #3

    Franzi (Sonntag, 13 Dezember 2015 12:17)

    Ah total cool... Mit Explorer funktioniert's. Sieht gut aus und super zu lesen.
    Gruß Franzi